Liraglutid (Saxenda, Victoza): Wirkung, Unterschied zu Semaglutid

Bevor alle über Ozempic und Wegovy redeten, war Liraglutid der Star der GLP-1-Medikamente. Heute steht er etwas im Schatten, ist aber immer noch im Einsatz und lohnt die Einordnung.

Was ist Liraglutid?

Liraglutid gehört zu den Inkretinmimetika, genauer den GLP-1-Rezeptoragonisten. Er ahmt das körpereigene Sättigungshormon GLP-1 nach: weniger Hunger, längeres Sättigungsgefühl, stabilerer Blutzucker.

Es gibt ihn unter zwei Handelsnamen:

  • Victoza, zugelassen für Typ-2-Diabetes.
  • Saxenda, zugelassen zur Gewichtsreduktion (höher dosiert, bis 3,0 mg).

Gleicher Wirkstoff, andere Zulassung und Dosis, dasselbe Prinzip wie bei Wegovy und Ozempic.

Der Unterschied zu Semaglutid

Hier liegt der Grund, warum man heute weniger von Liraglutid hört. Er hat zwei praktische Nachteile gegenüber dem neueren Semaglutid:

  • Täglich statt wöchentlich. Liraglutid muss jeden Tag gespritzt werden, Semaglutid nur einmal pro Woche.
  • Schwächere mittlere Wirkung. In den Studien fällt die Gewichtsabnahme unter Semaglutid im Schnitt deutlicher aus.

Deshalb hat Semaglutid Liraglutid fürs Abnehmen weitgehend abgelöst. Im Einzelfall, je nach Verträglichkeit und Verfügbarkeit, kann Liraglutid trotzdem die richtige Wahl sein, das entscheidet der behandelnde Arzt.

Nebenwirkungen

Wie bei allen GLP-1-Wirkstoffen vor allem am Anfang Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Völlegefühl, manchmal Durchfall oder Verstopfung. Sie lassen meist nach, wenn die Dosis langsam gesteigert wird. Verschreibungspflichtig und ärztlich zu begleiten ist Liraglutid in jedem Fall.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Saxenda und Victoza?

Beide enthalten denselben Wirkstoff Liraglutid. Victoza ist für Typ-2-Diabetes zugelassen und niedriger dosiert, Saxenda für die Gewichtsreduktion und höher dosiert (bis 3,0 mg).

Ist Liraglutid besser als Semaglutid?

Meist nicht. Semaglutid (Ozempic, Wegovy) wirkt in Studien im Mittel stärker und wird nur einmal wöchentlich statt täglich gespritzt. Liraglutid kann aber im Einzelfall weiter sinnvoll sein.

Wie oft wird Liraglutid gespritzt?

Täglich, einmal am Tag unter die Haut. Das ist ein Nachteil gegenüber den neueren wöchentlichen Wirkstoffen.