WPF-Diät und WPF-Fasten: Was steckt hinter dem Begriff?
WPF steht für „Wolfs Protein Fasten“. Der Begriff kommt von Christian Wolf, Mitgründer der Supplement-Marke More Nutrition. Er beschreibt das Konzept in seinem Buch „Der Protein-Fasten-Trick“.1 Manchmal liest man auch „More Protein Fasten“, gemeint ist dasselbe.
Diese Seite erklärt, was der Begriff bedeutet, wie sich WPF vom klassischen Intervallfasten unterscheidet und was davon wissenschaftlich belegt ist. Es geht um die Methode, nicht um eine Bewertung des Programms.
So ist WPF aufgebaut
WPF besteht aus zwei Teilen:
- Ein festes Essfenster wie beim Intervallfasten, meist 16:8. Also rund 16 Stunden nichts essen, dann 8 Stunden Essfenster. Kein Frühstück, die erste Mahlzeit gibt es gegen Mittag.
- Eiweiß auch in der Fastenpause. Das ist der Unterschied zum normalen Intervallfasten: Eiweiß-Portionen, meist Shakes, sind auch außerhalb des Essfensters eingeplant. Die Mahlzeiten selbst haben viel Eiweiß und Gemüse. Ein größerer Teil der Kalorien liegt am Abend, das soll Heißhunger vorbeugen.
Die Idee dahinter: Eiweiß macht satt, verbrennt bei der Verdauung selbst Kalorien und schützt die Muskeln beim Abnehmen. Das Essfenster soll das Essen einfacher machen, weil es weniger Gelegenheiten dafür gibt.
WPF und klassisches Intervallfasten im Vergleich
| Klassisches Intervallfasten (16:8) | WPF | |
|---|---|---|
| Fastenpause | keine Kalorien (Wasser, schwarzer Kaffee, Tee) | Eiweiß-Portionen erlaubt und eingeplant |
| Worauf es achtet | Wann gegessen wird | Wann gegessen wird plus wie viel Eiweiß |
| Fasten-Zustand des Körpers | bleibt bestehen | endet mit der ersten Eiweiß-Portion |
| Muskelschutz | hängt vom Eiweiß im Essfenster ab | über den Tag verteilt eingeplant |
| Herkunft | allgemeines Prinzip, viele Varianten | benanntes Konzept eines Anbieters |
Der wichtigste Unterschied: Bei WPF ist die Fastenpause keine echte Pause. Eiweiß liefert Kalorien, und der Körper schüttet Insulin aus (das Hormon, das nach dem Essen ansteigt). Damit ist der Fasten-Zustand beendet. WPF ist also genau genommen kein Fasten, sondern ein Essplan mit viel Eiweiß und festen Essenszeiten.
Was davon ist wissenschaftlich belegt?
Der Eiweiß-Teil ist gut belegt. Eiweiß macht pro Kalorie am meisten satt. Es hat außerdem den höchsten thermischen Effekt der drei Nährstoffe, das heißt: Der Körper verbrennt schon beim Verdauen von Eiweiß mehr Kalorien als bei Fett oder Kohlenhydraten. Und viel Eiweiß schützt die Muskeln beim Abnehmen. Das alles gilt immer, egal wie das Konzept heißt.
Das Essfenster allein bringt keinen Extra-Effekt. In randomisierten Studien (dem verlässlichsten Studientyp) nehmen Menschen mit Essfenster nicht mehr ab als Menschen, die gleich viele Kalorien essen, aber wann sie wollen.2 Das Essfenster hilft manchen nur dabei, weniger zu essen. Es verbrennt kein Fett von allein. Zu WPF als Gesamtpaket gibt es bisher keine eigenen Vergleichsstudien.
Zum „Fasten“ im Namen: Ein Proteinshake beendet das Fasten, für den Körper ist die Pause damit vorbei. Fürs Abnehmen ist das aber Nebensache. Es zählt das Kaloriendefizit, also wie viele Kalorien am Ende des Tages fehlen, nicht wie „rein“ die Fastenpause war.
Kurz: Die Teile des Konzepts sind lange bekannt und gut untersucht. Viel Eiweiß plus Kaloriendefizit gibt es auch ohne den Markennamen, in vielen Varianten.
Ist WPF dasselbe wie PSMF oder „Proteinfasten“?
Nein, und die Verwechslung passiert oft, weil beide Begriffe nach Eiweiß und Fasten klingen.
- PSMF (proteinsparendes modifiziertes Fasten) ist eine harte Kurz-Diät mit nur etwa 700 bis 1.200 kcal pro Tag, fast nur aus magerem Eiweiß und Gemüse. Sie ist auf Tempo gebaut, dauert nur Wochen und braucht klare Sicherheitsregeln, zum Beispiel bei den Elektrolyten (Salze wie Natrium und Kalium, die das Herz braucht).
- WPF ist für den Alltag gemacht: normales Essfenster, moderates Kaloriendefizit, keine Extreme.
Wer „Proteinfasten“ sucht, meint je nach Quelle das eine oder das andere. Als Faustregel: WPF ist die Alltagsvariante mit Essfenster, PSMF die harte Kurz-Diät mit eigener Anleitung und Sicherheitsregeln.
Für wen das Prinzip interessant ist
Essfenster plus viel Eiweiß passt am besten zu Menschen, die sowieso gut ohne Frühstück auskommen, denen feste Essenszeiten helfen und die sonst zu wenig Eiweiß essen. Die Studien zeigen aber auch: Wer die gleichen Kalorien über den Tag verteilt isst, nimmt genauso ab. Wer mit späten großen Mahlzeiten schlecht schläft, durch Essfenster Heißhunger bekommt oder früher eine Essstörung hatte, verpasst also nichts ohne Essfenster.
Bei Diabetes mit Medikamenten können andere Essenszeiten eine Anpassung der Dosis nötig machen. Das gehört vorher in ein ärztliches Gespräch.
Fazit
WPF ist ein Markenname für zwei alte Bekannte: Essfenster plus viel Eiweiß im Kaloriendefizit. Der Eiweiß-Teil ist wissenschaftlich solide. Das Essfenster ist Geschmackssache, es bringt keinen Extra-Effekt. Und die Fastenpause ist wegen der Eiweiß-Portionen keine echte. Wie viel Eiweiß sinnvoll ist und wie ein Kaloriendefizit entsteht, steht in den Artikeln zu Eiweiß und zum Kaloriendefizit. Den eigenen Kalorienbedarf zeigt der Kalorienrechner in 2 Minuten.
Quellen
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Wolf, Christian: „Der Protein-Fasten-Trick“ (2025), ISBN 9783689360535. ↩
-
Lowe, D. A. et al. (2020): “Effects of Time-Restricted Eating on Weight Loss and Other Metabolic Parameters in Women and Men With Overweight and Obesity: The TREAT Randomized Clinical Trial”. JAMA Internal Medicine 180(11), 1491 bis 1499. doi:10.1001/jamainternmed.2020.4153. Link ↩