Selbstmitgefühl

Dir geht’s richtig scheiße.

Du hast zu viel gegessen, zu viel gefaulenzt, zu wenig geschafft, dich nicht hart genug angestrengt.

Du hast versagt.

Wie gehst du damit um? Wie redest du mit dir? Kritisierst du dich unbarmherzig?

“Du bist so widerlich und fett.
“Warum kriegst du nicht deinen Arsch endlich hoch!”
“Versager!”
“Idiot!”
“Du bist so ein Stück Scheiße!”

Du fühlst dich total schuldig und schämst dich in Grund und Boden.

Und viele die sich so selber kritisieren, denken dass es so sein muss. Ohne Strafe und Druck keine Veränderung.

Immer wieder kriege ich Nachrichten von Leuten, die sich systematisch so selber fertig machen und in einer Spirale gefangen sind. Sei es dass sie sich nach Fressattacken fertig machen oder hart mit sich ins Gericht gehen wenn sie wieder nicht regelmäßig ihre Übungen machen.

Aber das muss nicht so sein.

Man kann Schritt für Schritt die geplante Ernährung besser einhalten, fleissiger sein und mehr erreichen – ohne sich so schrecklich zu fühlen und dir selber noch mehr Vorwürfe zu machen.

Eine ganz einfach Frage hilft: Würdest du so mit einem guten Freund reden wenn er das getan hat?

Warum redest du nicht mit dir wie mit deinem besten Freund, der etwas anders machen will?

Du kannst Mitgefühl mit dir selbst haben und dich selber unterstützen, statt dich selber mit Scham und Schuld zu foltern.

Achtung: Das ist nicht Selbstmitleid.

Wenn du dich selber bemitleidet versinkst du im Elend und siehst dich als das Opfer.

Es ist auch nicht Selbstliebe: Liebe kann dich auch blind machen für deine Fehler. Wenn du dich schon für so toll hälst, wie willst du so an dir arbeiten?

Mitgefühl mit dir selbst (im englischen „Self-Compassion“) bedeutet dich mit deinen Fehlern und Schwächen zu sehen wie du bist.

Natürlich vergisst du mal was oder hast einen schwachen Moment. Und genau in dem Moment kannst du dir selber unterstützend zur Seite stehen, statt dich nochmal extra fertig zu machen.

Sich selber so beizustehen ist keine Schwäche, sondern Stärke.

Selbstmitgefühl gibt dir auch viel mehr Stabilität als an deinem Selbstwertgefühl zu arbeiten. Dein Selbstwert schwankt je nachdem wie erfolgreich du bist, relativ zu deinen Ansprüchen. Mal bist du besser als deine Erwartungen ( = hoher Selbstwert), mal schaffst du es nicht deine Erwartungen zu erfüllen ( = niedriger Selbstwert). Dabei hast du so viele Dinge in deinem Leben gar nicht unter deiner direkten Kontrolle.

Wenn es geschehen ist, dann ist es wie es ist. Wenn du lieb und verständnisvoll mit dir umgehst kannst du daran arbeiten, dass es weniger oft zu dieser Situation kommt in der du solche Ausrutscher hast.

Viele hungern den ganzen Tag und essen insgesamt viel zu wenig, nur um dann abends über den Kühlschrank herzufallen. Statt mit mehr Willen und Disziplin eine Veränderung zu erzwingen, kann man mit Selbstmitgefühl realisieren, dass die eigenen Bedürfnisse nicht gut befriedigt werden.

Genauso auch beim emotionalen Essen: statt sich noch mehr Druck zu machen bloß nicht die eigenen Gefühle zu essen, kann man entdecken was gerade in einem selbst los ist und sich auf andere Art trösten und aufbauen.

Die amerikanische Professorin Kristin Neff hat über Selbstmitgefühl auch ein ganzen Buch geschrieben. (Das deutsche Buch / Das englische Original)

Kostenlose Übungen und einen Selbsttest gibt es von der Autorin auf ihrer Webseite: http://self-compassion.org/

Um jetzt wirklich etwas für dich mitzunehmen:

In welcher Situation bis du normalerweise so brutal mit dir?

Wie würdest du mit einem leidenden, guten Freund in dieser Situation reden?

Mach das in Zukunft mehr so wie du es mit einem guten Freund machen würdest.

Du trainierst regelmäßig, aber es tut sich kaum noch etwas?

Wie du weiter Fortschritte machen kannst, findest du im "Sicher Steigern" E-Mail-Kurs heraus (kostenfrei). Darin bekommst du viele Ratschläge, wie du dich beim Krafttraining steigern kannst - ohne Schmerzen oder dich dabei zu verletzen.

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